Klimawandel handeln

Gedanken zum Klimawandel – Teil 2

Basierend auf das ROMPC Come Together des SynTraum-Instituts zum Jahresbeginn mit der Referentin Birgit Zech beschäftigte sich am 13. Januar 2026 mit dem Klimawandel und stand unter dem Thema: „Klimagefühle und wie wir an diesen wachsen können“.

In diesem Teil 2 zum Klimawandel erfahren Sie mehr über die psychischen Verdrängungs- und Abwehrmechanismen, die wir uns angeeignet haben, um mit der Klimaveränderung zurecht zu kommen.

Verdrängung, oder die Angst vor der Realität

Verdrängung ist ein psychischer Abwehrmechanismus, um eine emotionale Distanz zu den Auswirkungen, in diesem Fall des Klimawandels, zu schaffen. Die psychische Funktion ist, die Lebens- und Handlungsfähigkeit zu erhalten.

Viele Menschen empfinden die Bedrohung durch den Klimawandel als beängstigend und überwältigend. Um mit diesen negativen Emotionen wie Angst, Ohnmacht, Schuldgefühle, Wut, Schmerz umgehen zu können, neigen wir dazu, die Problematik und die Folgen des Klimawandels als weit entfernt und als abstraktes Problem zu ignorieren oder zu minimieren.

Kennen Sie Aussagen wie diese?

  • „Das wird schon nicht so schlimm werden“,
  • „Ich kann nichts daran ändern“,
  • „Das betrifft mich nicht direkt“,
  • „das passiert erst in der Zukunft“,
  • „was kann ich den schon tun?“,
  • „andere sind viel schlimmer als ich“,
  • „ich kann doch nicht die Welt retten, es müssten schon alle mitmachen“,
  • „Deutschlands Beitrag des weltweiten CO2 Verbrauchs liegt nur bei 2 %“
  • „Die Technologie wird uns schon retten“

All dies sind Gedanken und Geschichten, die wir uns erzählen, die uns dazu verleiten, nicht zu handeln. Diese emotionale Entkopplung kann dazu führen, dass wir die Dringlichkeit der Situation nicht ausreichend wahrnehmen, uns nicht aktiv mit den Herausforderungen auseinandersetzen, nicht in die Verantwortung gehen und somit auch keine Lösungen suchen.

Warum reagieren wir häufig mit Vermeidung?

Unser Gehirn, insbesondere das Limbische System reagiert normalerweise auf die unmittelbare Gefahr, also den Löwen vor der Höhle und nicht darauf, ob eventuell in einer Woche, oder in einem Jahr ein Löwe vorbeikommt.

Wenn wir klimafreundlich handeln, erleben wir den Erfolg unseres Tuns nicht zeitnah, sondern wir mindern lediglich die negativen Auswirkungen in einer unsicheren Zukunft. Damit springt das körpereigene Belohnungssystem kaum an, was eher Vermeidungs- und Verdrängungsmuster aktiviert, statt zukunftsorientiertes Handeln.

Hier drängt sich die Frage auf:
Wie kann in Zeiten der Klimakrise Hoffnung, Zuversicht und das Erleben von Selbstwirksamkeit entstehen?

Die Bedeutung der Psychologie im Umgang mit dem Klimawandel

Als Berufsverband engagiert sich der BDP (Berufsverband der Deutschen Psychologen) seit vielen Jahren in der politischen Debatte zum Klimawandel und stellt die besondere Rolle der Psychologie bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels heraus.

Bundesweit haben sich über 500 Psychologen und Psychotherapeuten unter dem Vereinsnamen „Psychologists / Psychotherapists for Future e.V.“ zusammengeschlossen und übersetzen psychologisches Wissen in konkrete Formate, Beratungen, wie die Selbstwirksamkeit des Einzelnen in der Gesellschaft gestärkt werden können.

Ein Aspekt ist der Perspektivenwechsel vom CO2-Fußabdruck, hin zum CO2-Handabdruck. Der Handabdruck beschreibt, was jeder Einzelne tun kann und bereits tut, um zum Umwelt- und Klimaschutz beizutragen. Dafür braucht es das Verständnis psychologischer Mechanismen, die unser aller Verhalten lenken, um einen Transformationsprozess zu unterstützen.

Wir dürfen ins Handeln kommen!

Wenn Wissen allein ausreichen würde, hätten wir die Krisen unserer Zeit längst gelöst.

Der entscheidende Hebel liegt nicht nur im Erkennen, sondern im Handeln – und das Handeln erfordert Menschen, die mit Unsicherheit umgehen können.

Im demnächst folgenden Teil 3 beschäftigt sich Martin Carstens mit der Fragestellung, was aus psychologischer Sicht zu tun ist, damit Selbstwirksamkeit erlebt und Hoffnung entstehen kann und welche Möglichkeiten ROMPC dabei bieten kann.

Suche

newsletter abonnieren

Mit dem Absenden des Formulars (Klick auf „Anmelden“) erkläre ich, dass ich die Datenschutzerklärung (Verarbeitung personenbezogener Daten) gelesen habe.

Neueste Beiträge
Ältere Beiträge

Themen

Angst Aufstellungen Beziehung Burnout Coachingalltag Corona Depression Hass Klimawandel Kommunikation Konflikt Krieg Lebenseinstellung Paradoxien und Ambivalenzen Positive Psychologie ROMPC Stress Themenreihe Trauma Uncategorized Unsicherheit Verlust Veränderung in unsicheren Zeiten Wie mache ich mir das Leben schwer? Übernommene Traumata


Tags

Angst Beratung Beziehung Beziehungen Coaching Corona Depression Familienaufstellungen Glück Kommunikation Kommunikationsaxiome Krieg online positive Psychologie Praxis Psychische Belastungen ROMPC Stress Systemisch Therapie Trauma Traumatherapie Unsicherheit Watzlawick Widersprüche


© 2026 Netzwerk Stress & Trauma · Alle Rechte vorbehalten

Cookie Consent mit Real Cookie Banner