Hilfe in der Corona-Krise Part 5


Die Informationen im Netz und in den Medien nehmen zu über die sozialen und psychischen Belastungen von Menschen in zunehmender Isolation. Viele, die auch sonst ein tragfähiges soziales Netzwerk haben, bedienen das über das Internet. Aber was machen all die, die als digital aliens bezeichnet werden können? Was machen all die, die sowieso schon unter Verlassenheit und Einsamkeit leiden? Diese werden in der jetzigen Situation nicht auf einmal das Blatt herumdrehen können und das hinkriegen, was sie sonst nicht geschafft haben. Gerade diese Menschen brauchen unsere Unterstützung. Und anders als vielleicht sonst in der Psychotherapie üblich, wo wir die Kontaktaufnahme bei den Klienten lassen, sollten wir zumindest bei manchen selber aktiv werden und mindestens nachfragen oder unsere Unterstützung anbieten. Im Zeichen der Krise ist vieles anders und neu zu bewerten.

In dieses Szenario passt gar nicht, dass wir als Psychotherapeuten eine telefonische Sitzung nicht wie üblich abrechnen dürfen. Das ist nach wie vor nicht vorgesehen. Und in dieser Situation ist das eigentlich ein Skandal, zumal wir Video-Sitzungen unbegrenzt durchführen können. Wir lassen damit die oben erwähnten digital aliens alleine oder – wie eine Patientin schrieb – die mit einer „Computer-Phobie“. Natürlich führe ich mit ihr ein Telefonat, auch wenn das schlechter bezahlt wird und nicht als Therapiesitzung gilt. Wir müssen auch bereit sein, einen Erstkontakt auf medialem Wege herzustellen, auch wenn das die Richtlinien eigentlich nicht vorsehen, auch wenn die Bestimmungen hierzu ein Stück weit gelockert wurden; denn Diagnostik darf nach wie vor nur in einer Präsenz-Sitzung offiziell stattfinden, ein online-Kontakt ist aber in Ausnahmefällen gestattet.

Ich kann nur alle ermutigen, die sich in einer inneren Not befinden, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Macht eure eigenen Erfahrungen mit der Unterstützung auf digitalem Wege oder per Telefon. Alles ist besser als die unendliche Einsamkeit!

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