Corona-Krise – Immunsystem – Hilfe und Selbsthilfe 1


In meinem letzten Beitrag habe ich über die Beeinträchtigung des Immunsystems durch Ängste geschrieben und wie sie minimiert werden können. Wir können aber noch mehr tun, um unser Immunsystem zu stärken.

Einer der wichtigsten Faktoren ist dabei eine gute Beziehung: Wenn wir mit anderen Menschen in einer guten Beziehung sind, stärkt das unser Immunsystem. Wenn wir über Ängste sprechen können, ohne unser Gegenüber damit anzustecken, werden wir ruhiger. Der/die andere ist in so einem Fall ein Halt gebender, wärmender, nährender Mensch. In Zeiten der Krise brauchen wir Halt. Wenn der körperliche Halt nicht möglich ist, brauchen wir den seelischen Halt um so mehr – wir brauchen ein Gegenüber, das sich uns liebevoll zuwendet. All die Menschen, die allein leben (mit oder ohne Kinder), brauchen das in besonderem Maße, um nicht in der Einsamkeit zu versinken. Sie brauchen es zu wissen: auch wenn ich allein in meiner Wohnung bin, bin ich doch nicht allein.

Es gibt viele Klienten, die gern die Möglichkeit wahrnehmen, zu mir in die Praxis zu kommen. Sie können sich endlich mal wieder mit einem anderen Menschen austauschen und mit ihren Sorgen und Nöten, gehört und verstanden werden. Eine solche Sitzung kann allein durch die Zugewandtheit und Aufmerksamkeit Wunder bewirken – noch ganz ohne nennenswerte therapeutische Intervention. Ich möchte betonen, dass die physische Anwesenheit des Therapeuten gegenüber allen digitalen Möglichkeiten einen großen Unterschied macht – auch wenn das physische Treffen selbstverständlich unter Berücksichtigung aller gebotenen Abstands- und Hygiene-Regeln stattfindet. Wir nehmen das physische Gegenüber anders wahr – feiner, nuancierter, mit entsprechender persönlicher Ausstrahlung. Dies gilt für beide: Klient und Therapeut, ohne dass sie sich dabei einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen müssen.

Auf der anderen Seite haben wir es mit Menschen zu tun, die unter strenger Quarantäne stehen. Gerade die sind der Einsamkeit mehr ausgesetzt und entsprechend wenigstens auf virtuelle Kontakte angewiesen. Hier sind die digitalen Kontaktmöglichkeiten ausgesprochen segensreich. Das gilt aber auch für Menschen, deren Angst vor Ansteckung zu groß ist, um die eigenen vier Wände zu verlassen.

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