Wir alle stehen vor Herausforderungen, die noch keiner in unserem Leben hat bewältigen müssen. Natürlich hat es schon immer wieder Menschen gegeben, die in Quarantäne bleiben mussten für eine gewisse Zeit. Auch haben wir Erfahrungen aus diesen Zeiten sammeln können, was das mit Menschen macht.
Wir sind als Menschen auf Beziehung in angelegt, wir sind Herdenwesen, die in schweren Zeiten zusammenrücken, weil diese dann besser zu bewältigen sind. Jetzt wird von uns das Gegenteil gefordert: Distanz halten, statt durch Nähe sich beruhigen können. Wenn wir uns in einer noch so sinnvollen Isolation unserer Bindungen nicht vergewissern können, kann neben die äußere auch noch die innere Krise treten: Wir fühlen uns verloren, haben keine ausreichende Orientierung, wissen nicht, wie es weitergeht, ob die Welt morgen noch dieselbe sein wird. Wir haben in den letzten Wochen erlebt, dass fast täglich unsere Möglichkeiten weiter beschnitten wurden und sich so unsere Welt geändert hat.
Auch bei dem Schreiben dieses Artikels sitze ich hier und denke an die vielen Menschen, die mir etwas bedeuten und hoffe, dass es ihnen gut geht. Immer wieder muss ich mich vergewissern, ob das so ist. Und gleichzeitig sitze ich hier vor meinem Computer und schaue hinaus in die menschenleere Welt. Einsamkeit und Alleingelassen werden sind schlimme Erfahrungen. Wer so etwas in der eigenen Vergangenheit schon erlebt hat, kann u.U. das alte Trauma reaktivieren, nicht willkürlich natürlich, sondern automatisch. Gerade auch deshalb brauchen unsere Klienten weiter unseren Beistand. Das gilt insbesondere für Menschen, die auf kein soziales Umfeld zurückgreifen können. Deshalb bleibt es wichtig, dass wir unsere Begleitung von Menschen aufrecht erhalten, damit die sozialen und psychischen Folgebelastungen besser verlaufen können, damit Menschen nicht durchdrehen und ihre Möglichkeiten weiter im Blick behalten können. Das ist wichtig damit wir auch gestärkt aus dieser Krise hervorgehen können.
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