Thema Unsicherheit – Verunsicherung – Sicherheit


Unsicherheit – Verunsicherung –  ist ein großes, sehr vernetztes Thema, das mit allen traumatischen Erscheinungen verbunden ist. Aber ab einer gewissen Schwelle kann es für sich allein schon traumatisierend wirken und entsprechende Symptome hervorbringen. Wir haben es heutzutage damit auf allen Ebenen mehr denn je zu tun: Berufswelt, Traditionen, Hochgeschwindigkeit, Migration, Informationsflut, etc…

Das Bedürfnis nach Sicherheit

ist ein menschliches Grundbedürfnis. Der hohe Grad an Geschwindigkeit, Fluktuation und Veränderung bedeutet auch eine hohe Anforderung an unsere Anpassungsfähigkeit, die schnell zur Überforderung bis Traumatisierung führen kann – mit allen Begleit- und Folgeerscheinungen, die das hervorruft: extreme Ausschüttung von Stresshormonen, die je nach limbischer Vorprägung  die drei Trauma-Grundreaktionen auf Angst und Wut auslösen: Kampf – Flucht – Totstellreflex. Da wir es aber nicht mit einem greifbaren Gegner zu tun haben, sondern mit einer Situation, die generalisiert ist, können wir der Bedrohung nicht mit den uns bekannten, üblichen Bewältigungsstrategien begegnen. Angriff und Bedrohung können nur dann erfolgreich bewältigt werden, wenn Kampf oder Flucht gelingen. Wenn beides nicht geht, ist die Erstarrung die letzte Möglichkeit, unser Leben zu retten. In dieser Situation zahlen wir allerdings in jedem Fall einen hohen Preis.

Das Gehirn und der Umgang mit Unsicherheit

Welche Möglichkeiten stehen uns dann zur Verfügung, um dieser ungreifbaren Bedrohung zu begegnen?

Unser menschliches Problem an dieser Stelle ist, dass wir denken können. Das ist Fluch und Segen zugleich. Ein Tier, das in einer Bedrohungssituation mit genau den gleichen Mustern reagiert, kann diese „abschütteln“, sobald die Bedrohung vorüber ist. Wir Menschen tun uns da schwer, weil sich bei uns mit den Stressmustern auch Gedankenmuster assoziieren, die auch dann aktiv sind und sich in Form von „Gruselfantasien“ weiterentwickeln, wenn die akute Gefahr vorüber ist. In Bezug auf unsere aktuellen, oben genannten Verunsicherungsfaktoren heißt das, wir brauchen gar nicht wirklich akut bedroht zu sein, es genügt die Vorstellung „was wäre wenn…“, um unsere Stressmuster zu aktivieren  und – wenn wir lange genug in diesem Teufelskreis herumirren – eine traumatische Belastungsreaktion quasi auf umgekehrtem  Weg induzieren. Die eingebahnten Denk- und Stressmuster sind dann auf rein mentale Weise nur schwer oder gar nicht mehr zu stoppen. Sie sind automatisiert.

Was uns helfen kann,

sind – neben verschiedenen Formen der Meditation, die an dieser Stelle eine zentrale Rolle spielen, um die unselige Gedankenflut zu unterbrechen – vor allem die neurobiologisch basierten Formen der Psychotherapie. Im ROMPC verbinden wir die Wirkfaktoren der heilsamen Beziehung, der kognitiven Aufarbeitung und der neurobiologischen Entkopplung miteinander, um eine möglichst vollständige Lösung von der energetischen und kognitiven Attraktion an das traumatische Stressmuster zu erreichen. Auf diese Weise bewirken wir eine nachhaltige Entstressung auf allen Eben: körperlich, mental und emotional. Dadurch wird der/die KlientIn erst wieder in die Lage versetzt, Selbstwirksamkeit zu erleben und Herausforderungen ruhiger und flexibler zu begegnen, nachdem die automatisierten Stressreaktionen unterbrochen und beruhigt wurden. Die entsprechenden Entkopplungstechniken können zudem natürlich auch erlernt und dann im Sinne der eigenen „Psychohygiene“ selbst angewandt werden.

Wie das beispielhaft gelingen kann, wird in einem nächsten Artikel dargestellt.

 

 

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